Energie

Termine 2009

02. bis 03. Juli 2009
Klimaschutz: Die halbe Miete
Workshop in Berlin


Unter dem Thema „Klimaschutz: Die halbe Miete“ fand am 2. und 3. Juli 2009 der erste Workshop im Rahmen des DMB-Projekts „Mieter für ein gutes Klima“ statt.

23 Teilnehmer aus den Mietervereinen und aus den Partnerprojekten tauschten sich über die Arbeit in den einzelnen Projekten aus und berieten über Umsetzungsmöglichkeiten geplanter Schulungen in den Landesverbänden und örtlichen Mietervereinen.

 

Außerdem waren folgende Fachvorträge Gegenstand der Veranstaltung:

 

Sönke Kreft von Germanwatch gab zunächst einen allgemeinen Einblick in die Themen Klimawandel und Klimaschutz. Der gemeinnützige Verein beschäftigt sich mit sozial gerechter, ökologisch verträglicher und ökonomisch tragfähiger globaler Entwicklung.(www.germanwatch.org )

 

Ins Detail ging der Vortrag von Dr. Johannes Hengstenberg von co2online. Er präsentierte verschiedene Transparenzinstrumente, die die gemeinnützige Gesellschaft auf Basis des Internets entwickelt hat. Das Energiesparkonto und der Heizkostencheck ist Besuchern von www.mieterbund.de bereits bekannt. Darüber hinaus sind auf der co2online-Homepage aber auch unter anderem ein Kühlcheck, ein Thermostatcheck und ein Modernisierungsratgeber abrufbar, die nach Eingabe von persönlichen Verbrauchsdaten Energie- und Geldsparpotenziale aufdecken und sogar konkrete Modernisierungsmaßnahmen vorschlagen. Die Online-Rechner finden sich auf www.co2online.de.

 

Über die Potenziale und Hemmnisse des klimafreundlichen Wohnens aus sozial-ökologischer Sicht ging es bei Dr. Immanuel Stieß vom Institut für sozial-ökologische Forschung. Er berichtete, dass die deutsche Bevölkerung zwar eine hohe Bereitschaft zu klimaschonendem Handeln signalisiere, aber die meisten von ihnen nicht bereit seien, einen Aufpreis für klimaschonende Produkte zu zahlen. Außerdem stellte er den Energieverbrauch in Zusammenhang mit den verschiedenen Lebensphasen und betonte, dass besonders konkrete Handlungsempfehlungen und zielgruppenorientierte Aufklärung wichtig seien. Weitere Informationen über das Institut für sozial-ökologische Forschung sind auf www.isoe.de erhältlich.

 

Frithjof Reul vom Verkehrsclub Deutschland berichtete über die Entwicklungen beim Klimaschutz im Verkehrssektor. Aus Mietersicht besonders interessant war der Zusammenhang von Wohnen und Mobilität. Reul stellte etwa den Hamburger Wohn- und Mobilitätskostenrechner vor, der die zusätzlichen Mobilitätskosten beim Umzug in mietpreisgünstigere Randgebiete berechnet. Unter Umständen können diese sogar die eingesparten Mietkosten übersteigen. Außerdem präsentierte er eine Schweizer Internetseite (www.mobilitaetsdurchblick.ch), mit Hilfe derer der Nutzer die für ihn günstigsten und klimafreundlichsten Verkehrsmittel ermitteln kann. Gerade bei einem Umzug in eine neue Umgebung könne dies Zeit, Geld und CO2 sparen, erklärte er. Der VCD präsentiert seine Arbeit auf www.vcd.org.

 

Um den Zusammenhang von Mietrecht und Klimaschutz ging es beim Vortrag von Norbert Eisenschmid vom Deutschen Mieterbund. Der Schwerpunkt lag dabei auf Modernisierungsmaßnahmen. „Die Klimaschutzziele werden vom Mietrecht nicht verhindert“, sagte Eisenschmid. Trotzdem müsse geprüft werden, wo es unnötige Hemmnisse für Modernisierungen aufweist.

 

Modernisierung ist in jedem Gebäude möglich, egal ob denkmalgeschütztes Fachwerkhaus oder Gebäude aus dem 19. Jahrhundert“, stellte Thomas Kwapich von der Deutschen Energieagentur (DENA, www.dena.de) unmissverständlich klar. Entscheidend für den Klimaschutz ist der Bereich des Wärmebedarfs von Gebäuden – das wurde in den Vorträgen fast aller Referenten deutlich.
75 Prozent des im Zusammenhang mit Wohnen emittierten CO2 wird laut Kwapich beim Heizen frei gesetzt. Das schätzen Mieter übrigens häufig ganz anders ein. Umfragen zufolge schreiben sie die größte CO2-Emission dem Stromverbrauch zu.

 

Unter Download finden Sie das Programm und die Vorträge des Workshops „Klimaschutz: Die halbe Miete“.

 

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